Lebensmittelmarkt in Lindenfels

Der Ansiedlung eines Markthaus-Supermarktes in den Räumlichkeiten des ehemaligen Edeka-Marktes an der Nibelungenstraße steht wohl nichts mehr entgegen. Der Landeswohlfahrtsverband (LWV) wird den geplanten Lebensmittelladen des Integrationsunternehmens mit rund 200 000 Euro fördern. Das hat der LWV-Verwaltungsausschuss in seiner gestrigen Sitzung in Kassel beschlossen. „Dieses Projekt ist in vielerlei Hinsicht beachtenswert. Durch eine länderübergreifende
Zusammenarbeit können neue Arbeitsplätze für behinderte
Menschen geschaffen werden. Zugleich erhält Lindenfels eine
wohnortnahe Versorgung zurück“, erklärt LWV-Landesdirektor Uwe
Brückmann. Die Markthaus Recycling Kaufhaus Mannheim gGmbH ist seit 2002 ein Integrationsunternehmen, das in Baden-Württemberg in verschiedenen Geschäftsfeldern tätig ist.
Vorrangiges Ziel ist es, jugendliche Arbeitslose und behinderte Menschen durch berufliche Qualifizierungzu unterstützen. Neben einem Recycling-Kaufhaus und einer Jobbörse betreibt das Integrationsunternehmen fünf Lebensmittelgeschäfte. Ein sechstes soll jetzt – wie mehrfach berichtet – in Lindenfels hinzukommen. Sortiment und Ausstattung dieser Märkte orientieren sich am Standard der REWE Nahkauf- Läden. Initiatoren des neuen Ladens
sind Vertreter der Stadt Lindenfels, deren einziger Lebensmittelmarkt
im Herbst 2014 geschlossen hat. Die Stadt trat an Markthaus Mannheim mit der Bitte heran, den Markt in Lindenfels zu übernehmen. Er soll in den alten leerstehenden Räumen eingerichtet werden. Die Artikel-Erstausstattung in Höhe von über 100 000 Euro wird vom Integrationsunternehmen selbst finanziert. Die Stadt Lindenfels hat dazu eine Bankbürgschaft beschlossen, die 50 Prozent
der entstehenden Anfangskosten für Waren absichert. Inventar und Ausstattung bezuschusst der LWV Hessen mit maximal rund 200 000 Euro. Mit den LWV-Mitteln werden unter anderem Regale, Kühltheken, Einkaufswagen und die Ausstattung von Büros und Sozialräumen finanziert. Voraussetzung für die Förderung durch den LWV ist, dass dort für sechs Jahre vier Stellen mit schwerbehinderten Menschen aus Hessen besetzt werden. Es ist geplant, Beschäftigte aus der Werkstatt für behinderte Menschen der Behindertenhilfe Bergstraße anzustellen. Um diese sogenannten Werkstattübergänge zu ermöglichen, sollen im Vorfeld Praktika und Arbeitserprobungen
im Markt angeboten werden.