Ortstermin zum Waldzustand in Lindenfels

Am letzten Samstag traf sich die SPD Lindenfels mit Förster Dirk Dins, um sich über die zum Teil deutlich sichtbaren Baumfällungen im Stadtgebiet zu informieren.

„Das was derzeit eingeschlagen wird dient ausschließlich der Verkehrssicherung. Mag man es den Bäumen auch nicht immer ansehen, so sind Fäulnis, Trockenschäden, Sonnenbrand und Borkenkäfer verantwortlich für die geschädigten Bäume. Gerade an unserem Treffpunkt am Albert-Schweitzer-Haus wird deutlich, dass man oft einzelne Bäume nicht stehen lassen kann, da der nächste stärkere Wind diese Solitärbäume umwerfen würde“ so Dirk Dins.
Einige der Teilnehmer erinnern sich, dass Der Wald zwischen Albert-Schweitzer-Haus und Schule vor 30 bis 40 Jahren noch Wiese war.

„Wir leben in einer Kulturlandschaft, die vom Menschen geprägt ist“ erklärt Jens Grube. Die Natur wie wir sie heute kennen, ist in weiten Teilen durch den Menschen erst entstanden. Durch landwirtschaftliche Nutzung hat die Landschaft im Großen geprägt. Aber auch die Haltung von Ziegen und Schafen durch viele Bürger im vergangenen Jahrhundert hat dafür gesorgt, dass die Böschungen an Straßen zur Futtergewinnung genutzt wurden.
Nachdem die Nahrungsmittelversorgung verbessert wurde und das Wirtschaftswunder Einzug hielt verbuschten die Straßenränder und wurden nach und nach zu Wald.

Insbesondere die letzten trockenen Jahre setzten dem Wald enorm zu. Um die Waldwege touristisch nutzen zu können muss die Verkehrssicherungspflicht ernst genommen werden. Entnimmt man die trockenen Bäume nicht, so muss man die Wälder, wie am Schenkenberg und im Schlosswald sperren. Die Sperrung von Wegen und Waldbereichen sind hierbei nach dem hessischen Waldgesetz möglich, wenn eine Gefahr für das Leben oder die Gesundheit der Waldbesucher besteht.

Im Rahmen des Ortstermins wurde auch über ein Ende der Waldnutzung diskutiert. Hierbei wurde deutlich, dass durch die Nutzung des Stadtwaldes in den letzten 20 Jahren erreicht wurde, dass der Holzertrag gerade so die Kosten von zuletzt jährlich rund 150.000 € decken konnte. Dirk Dins bestätigte hierbei, dass es sich in Lindenfels nie um eine wirkliche wirtschaftlich rentable Nutzung gehandelt habe. Es wurde darüber hinaus immer darauf geachtet, dass man mit der Entnahme unter dem jährlichen Zuwachs bleibt, um den Wald nachhaltig zu bewirtschaften.

Die Forstbehörde setzt auf den freien Flächen nun vorrangig auf Naturverjüngung, dass heißt das Nachwachsen von aufgegangenen Sämlingen der ansässigen Bäume. In einigen Teilen werde versucht Edelkastanien, wie sie in Italien wachsen sowie unter anderem Spitzahorn zu etablieren, um auf die Klimaveränderungen zu reagieren.

Da Dirk Dins ins Forstamt nach Lampertheim gewechselt ist, übergaben Fraktion und Ortsverein Dirk Dins zum Abschied ein Präsent. Wenn es wieder möglich ist, werden wir Dirk Dins, der auch einige Jahre Ortsvereinsvorsitzender der SPD Lindenfels war gebührend verabschieden, so Jo Terporten.

Vernunft, Verantwortung, Zukunft für Lindenfels